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Die steigende diagnostische Bedeutung und der immer häufigere Einsatz von MRT-Geräten haben dazu geführt, dass Statistiken zufolge jeder Mensch mindestens einmal im Leben einen MRT-Scan benötigt. Allein in den USA werden täglich mehr als 100.000 MRT-Untersuchungen durchgeführt. Die Indikationen reichen von Kontrolluntersuchungen nach Verletzungen, Erkrankungen oder Operationen bis hin zur Abklärung innerer Verletzungen nach einem Verkehrsunfall.

Ob Routine-Scan oder Notfall-MRT: die hohe Wahrscheinlichkeit, irgendwann in der MRT-Röhre zu liegen, betrifft Cochlea-Implantat-Nutzer ebenso wie nicht-implantierte Personen. Implantate und MRT – geht das zusammen? Eine berechtigte Frage. Und eine, die nicht pauschal beantwortet werden kann. Alle Cochlea-Implantate verfügen über einen Magneten. Die MRT-Sicherheit des Magneten und damit des Implantats kann aber je nach Produkt vollkommen unterschiedlich sein. Bei manchen CIs kommt es während eines MRTs zu Komplikationen wie etwa Schmerzen oder einer Dislokation des Magneten kommen – bei anderen dagegen nicht. Warum das so ist? Die Antwort auf diese Frage liegt im Design des Implantatmagneten.1,2,3,4,5,6,7,8,9

Es war im Jahr 2014, als MED-EL mit dem SYNCHRONY Cochlea-Implantat und dem enthaltenen Magneten ein neues Zeitalter der MRT-Sicherheit* von Hörimplantaten einläutete. Erstmals gab es Cochlea-Implantate, deren diametrische Magneten sich in ihrem Gehäuse frei drehen und so die Kräfte eines 3-Tesla-Magnetfelds ausgleichen konnten.

Nachdem ein Cochlea-Implantat aber nicht nur ein paar Jahre genutzt wird, gibt es zahlreiche Menschen, die ihr CI bereits seit mehr als zehn oder sogar mehr als zwanzig Jahren tragen. Was für die hohe Zuverlässigkeit des Implantats spricht, kann in Bezug auf die MRT-Sicherheit eine Herausforderung sein: Die Mehrheit der momentanen CI-Nutzer verwendet nicht die jeweils neueste Generation ihres Implantats und verfügt damit häufig auch nicht über die modernste Magnettechnologie. Nur über die allerneuesten CI-Magneten und deren MRT-Sicherheit zu sprechen, ist zwar schön, entspricht aber nicht der täglichen Realität in den Arztpraxen und Radiologie-Abteilungen.

 

Großartige MRT-Sicherheit*

Bei MED-EL legen wir seit mehr als 25 Jahren größten Wert darauf, Cochlea-Implantate zu entwickeln und zu fertigen, die hervorragende MRT-Sicherheit bieten. Das spezielle Design von Magnet und Gehäuse macht rasche und sichere MRTs mit unseren Implantaten möglich – ein enormer Nutzen für Patienten und Ärzte. Mit MED-EL erhalten Ihre Patienten jederzeit und unkompliziert einen MRT-Scan, wenn sie diesen brauchen.

Dieser sichere und unkomplizierte Zugang zu MRTs ohne chirurgische Entfernung*** des Implantatmagneten zeichnet sämtliche MED-EL Cochlea-Implantate seit dem Jahr 1994 aus*: Mit unseren Implantaten der Serien SYNCHRONY, CONCERTO, SONATA, PULSAR und COMBI 40/COMBI 40+ lassen sich MRT-Scans ohne zusätzliche Operationen durchführen.

Die Vorteile auf einen Blick:4,6,9

  • Sorgenfreie und rasche MRT-Scans
  • Sofortiger Zugang zum MRT
  • Zeit- und Kostenersparnis für medizinische Dienstleister
  • Ein sicheres Gefühl

Sehen wir uns nun an, warum MED-EL beim Thema MRT so zuverlässig ist.4,5,6,9

Detaillierte Fakten und Anleitungen zu MRT-Scans mit all unseren Implantaten finden Sie übrigens online auf www.medel.com/de/isi.

 

Kraftvolle Magnetfelder

Werfen wir nun einen Blick ins Innere eines MRT-Scanners. Wie der Name nahelegt, nutzt ein solches Gerät kraftvolle Magnetfelder zur Bildgebung. Diese Magnetfelder sind statisch, also für gewöhnlich in einem Zustand voller magnetischer Kraft. Und diese Kraft ist äußerst beachtlich. Mit dem Magneten eines MRT-Geräts könnte man problemlos einen PKW in die Höhe heben. Momentan liegt die gängigste Magnetfeldstärke für MRT-Scans bei 1,5 Tesla. Hochauflösende 3,0 Tesla MRTs werden aber immer häufiger.

Kommen wir vom MRT-Magneten zum Magneten des Cochlea-Implantats. Jedes Cochlea-Implantat verfügt über einen Magneten, um die Übertragungsspule des extern getragenen Audioprozessors an der korrekten Position über dem Implantat zu halten. Neuere CI-Generationen verfügen über frei drehbare, sich selbst im externen Magnetfeld ausrichtende Magneten. MED-EL brachte diese Innovation als erster Hersteller im Jahre 2014 auf den Markt. Andere Hersteller folgten ab 2018 mit ähnlichen Technologien.

Wenngleich die Zahl der Nutzer neuester Cochlea-Implantate laufend anwächst, tragen derzeit noch die meisten Nutzer Implantate früherer Generationen (vor 2014) mit einem sogenannten axialen Magneten. Dieser ist perpendikular zur Haut magnetisiert und lässt sich mit einem gewöhnlichen Kühlschrankmagneten vergleichen: er hat zwei Pole, Norden und Süden. Zwei solche entgegengesetzten Pole erzeugt auch der MRT-Scanner. Liegt der Nordpol am Kopfende des Tomographen, so befindet sich an der gegenüberliegenden Seite – am Fußende – der Südpol. Da das Implantat flach in den Schädelknochen eingebettet ist, befindet sich der axiale Implantatmagnet in perpendikularer Position zum statischen Hauptfeld des MRT-Scanners. Im MRT reagiert der Implantatmagnet auf das starke Magnetfeld. Er versucht in seinem Magnetgehäuse, sich gemäß dem externen Magnetfeld auszurichten, also um 90 Grad zu kippen. Dieses Drehmoment kann zu einem starken Ziehen am Magneten führen und ist damit die größte Herausforderung bei MRT-Scans mit einem CI.

 

Rückhalt durch Design

Zwei Faktoren beeinflussen maßgeblich, wie sich der Implantatmagnet während des MRT-Scans verhält: erstens das Design des Magneten selbst und zweitens die Art, wie der Magnet im Implantat fixiert wird.

  1. Welcher Magnet kommt zum Einsatz?
    • Axiale Magneten verfügen über zwei Pole und funktionieren im Prinzip wie gewöhnliche Kühlschrankmagneten. Die Magnetisierung verläuft perpendikular zur Haut. Solche Magneten halten den Audioprozessor zuverlässig an seinem Platz, können aber bei MRT-Untersuchungen aufgrund des auftretenden Drehmoments zu Problemen führen.
    • Diametrische, frei drehbare Magneten sind horizontal magnetisiert (die Magnetisierung verläuft parallel zur Haut). Ihre Beweglichkeit im Gehäuse erlaubt es ihnen, sich frei zu drehen und sich so dem äußeren Magnetfeld entsprechend auszurichten. Diese Eigenschaft ermöglicht drehmomentfreie MRTs sogar bei einer Feldstärke von 3,0 Tesla.9
  2. Worin ist der Magnet fixiert?
    • Manche Implantate verfügen über eine weiche Tasche aus dünnem Silikon oder einem ähnlichen Kunststoff, in der der Magnet sitzt. Bei axialen Magneten bietet diese Tasche aber nicht ausreichend Halt, um ein Kippen bzw. Verrutschen des Magneten im MRT-Magnetfeld zu verhindern. Im Gegensatz zu frei drehbaren Magnet-Designs ist das Konzept mit dem axialen Magneten in der Silikontasche darauf ausgelegt, den Magneten vor dem Scan zu entfernen.7
    • Fix eingebettete Magneten sind fest mit dem Implantat verbunden. Sie neutralisieren die Kräfte des MRT-Magnetfelds nicht, verteilen sie aber über eine größtmögliche Fläche, um das Risiko einer Dislokation des Magneten zu minimieren.
    • Sicher entfernbare Magneten kombinieren die Sicherheit eines fest verschlossenen Magnetgehäuses mit der Möglichkeit, den Magneten bei Bedarf (zur Vermeidung eines Bildartefakts) vor dem Scan entnehmen und danach wieder einsetzen zu können.10,11

 

Weiche Silikontasche: Magnet-Dislokation

Die überwiegende Mehrheit dokumentierter Probleme bei MRT-Scans mit Cochlea-Implantaten geht auf „axiale Magneten in einer weichen Silikontasche“ zurück.3,4,5,6,7,8,9,12
Das neue, gänzliche andere Design mit dem frei drehbaren, sich selbst ausrichtenden Magneten, kann helfen, solche drehmomentinduzierten Komplikationen zu reduzieren. Bis der Großteil der CI-Nutzer von dieser Errungenschaft profitiert, wird es allerdings noch einige Zeit dauern – schließlich werden in vielen Ländern nach wie vor hauptsächlich Implantate früherer Generationen (mit axialen Magneten) implantiert.

Bei ihren Implantaten mit axialen Magneten setzten die meisten anderen Hersteller seit etwa 1997 auf eine weiche Silikontasche, die den Magneten umschließt. Etwas genauer erklärt handelt es sich dabei um eine dünne Silikonschicht, die den ansonsten frei liegenden Magneten am Rand umschließt und hält. Dieses Design dient dazu, den Implantatmagneten vor einem MRT-Scan chirurgisch entfernen zu können.1,2

In den vergangenen Jahren ließ sich immer wieder ein Trend beobachten, den Implantatmagneten bei MRTs mit 1,5 Tesla einfach im Implantat zu belassen – auch dann, wenn es sich um ein Implantat handelte, das ohne vorige Magnetentfernung nicht für solche Scans zugelassen war. Grund dafür war die Überlegung, „unnötige“ Operationen zum Entfernen und Wiedereinsetzen des Magneten zu vermeiden, da diese ebenfalls mit gewissen Risiken verbunden sind.5,12

Unglücklicherweise trägt das aber dazu bei, dass ein axialer Magnet unbeabsichtigt ‚entfernt‘ werden kann – durch das Magnetfeld während des MRT-Scans. Wie erwähnt, liegt es in der Natur des axialen Magneten, sich gemäß dem stärkeren externen Magnetfeld auszurichten. Der Magnet versucht sich also während des Scans zu drehen. Dabei kann es passieren, dass der Magnet die weiche Silikontasche, die ihn nur an den Rändern umschließt, verlässt. Die Silikontasche ist nicht ausreichend in der Lage, den Magneten zu fixieren, und kann Dislokationen nur in geringem Ausmaß verhindern.3,4,5,6,7

Solche Dislokationen stellen eine beunruhigend häufige Komplikation dar. Deshalb erfordern Implantate anderer Hersteller, dass vor einem 1,5 T MRT-Scan entweder der Implantatmagnet chirurgisch entfernt oder ein sogenanntes ‚Splint System‘ (eine starre Fixierscheibe sowie ein enger Kopfverband) angelegt werden muss.1,2

Diese enganliegende Fixierung übt starken Druck auf die Haut aus, um zu verhindern, dass der Magnet kippt und disloziert. Das Drehmoment lässt sich damit aber nicht reduzieren. Die äußeren magnetischen Kräfte im MRT wirken nach wie vor auf den Magneten ein, der sich entsprechend auszurichten versucht. Dieses Kräftespiel kann dazu führen, dass die Haut zwischen Magnet und dem engen Kopfverband stark zusammengepresst wird.

Axial cochlear implant magnet in mri

Noch schwerwiegender sind die Folgen aber, sollte ein axialer Magnet im MRT tatsächlich dislozieren und aus seinem Gehäuse gerissen werden. Im Falle einer Dislokation kann sich der Magnet im Extremfall ‘aufstellen’, also um 90 Grad kippen, um sich entsprechend des Nord-Süd-Magnetfelds im MRT auszurichten.

Auch wenn der Magnet nur ein wenig kippt, ohne vollständig zu dislozieren, können heftige Schmerzen auftreten und einen Abbruch des MRT-Scans erzwingen. Das Splint Kit kann im Übrigen nicht immer verhindern, dass es bei MRTs mit 1,5 Tesla zu Magnet-Dislokationen und damit zu extremen Schmerzen und weiteren (nicht vorgesehenen) chirurgischen Eingriffen kommt.3,4,5,6,8

Es zeigt sich, dass das Risiko einer Magnet-Dislokation Implantaten mit einer weichen Silikontasche inhärent ist und durchaus häufig auftritt. Diese Art der Komplikation ist gut dokumentiert – je nach Studie liegt die Gesamtrate der Dislokationen mit solchen Implantaten bei 1,5 T MRTs zwischen 30 und 55 Prozent. In der hohen Komplikationsgefahr bestimmter Implantate liegt auch der Grund dafür, dass manche Radiologen generell Abstand von MRTs mit Hörimplantaten nehmen – auch wenn die MRTs indiziert sind und das betreffende Implantat dafür zugelassen ist. Im Ernstfall, etwa nach einem schweren Verkehrsunfall, kann so ein notwendiger sofortiger Zugang zum MRT erschwert bzw. verzögert werden.3,4,5,6,8

 

Die weiche Silikontasche ist anfällig für Schäden

Abgesehen von der zeitlichen Verzögerung und dem zusätzlichen Aufwand der Magnetentfernung birgt das Implantat-Design mit der weichen Silikontasche ein weiteres Risiko: Die dünne Silikontasche kann reißen und so im schlimmsten Fall eine Explantation des gesamten Implantats notwendig machen.

Jede chirurgische Manipulation an der weichen Silikontasche vor und nach der MRT-Untersuchung – von der Entnahme des Magneten über das Einsetzen eines nichtmagnetischen Platzhalters bis hin zur Insertion eines neuen Magneten nach dem Scan – birgt die Gefahr, das Implantat zu beschädigen. Das gilt für ältere Designs dieser Taschen ebenso wie für neuere, in denen der Magnet zusätzlich in einer kleinen Kassette aus Kunststoff sitzt.

Walker et al. (2018) beschreiben dieses Problem mit den weichen Magnet-Silikontaschen als „potenziell schwerwiegende und kostspielige Komplikation wiederholter Magnetentnahmen“.3,8 Ein Riss in dieser Silikontasche kann eine komplette Explantation und Reimplantation bedeuten.
Wenn der Magnet nur mit dem Risiko einer Beschädigung des Implantats und damit einer Reimplantation entfernt werden kann – wo liegt dann der Nutzen für Radiologen und Patienten?

 

SAR-Grenzwerte: 3,0 T ≠ 3,0 T

Im Allgemeinen drehen sich bei MRT-Untersuchungen mit Implantaten die Gedanken von Radiologen um andere Risiken als Magnet-Dislokationen. Egal, ob bei Schrittmachern oder Neurostimulation des Gehirns – vorrangiges Risiko ist normalerweise die Schädigung von Gewebe durch eine starke Erhitzung langer Stimulationselektroden. Die Elektroden von Cochlea-Implantaten sind aber ungleich kürzer als jene, die beispielsweise in der Rückenmarkstimulation zum Einsatz kommen. Damit ist auch das Risiko der Hitzeentwicklung ungleich geringer.

Nichtsdestoweniger gilt es bei Scans mit Cochlea-Implantaten je nach Modell unterschiedliche Sicherheitsvorkehrungen bzw. Scan-Parameter einzuhalten. Zentraler Parameter ist das Maß der Radioenergie, die vom Patienten und seinem Implantat aufgenommen wird – besser bekannt als Spezifische Absorptionsrate (SAR).

Ein Blick in die MRT-Bedingungen einzelner Cochlea-Implantate lohnt sich durchaus. Es gibt beispielsweise ein neues Implantat, das ebenfalls wie etwa unser SYNCHRONY 2 Implantat damit beworben wird, jederzeit MRTs mit 3,0 Tesla zu ermöglichen. Das ist auch so, allerdings erfordert der Scan mit diesem Implantat des anderen Herstellers eine Beschränkung der SAR-Werte für Ganzkörper-MRTs auf durchschnittlich <0,4 W/kg. Und so ist es bei zahlreichen Cochlea-Implantaten anderer Hersteller – selbst für Scans mit lediglich 1,5 Tesla sind mitunter sehr restriktive bzw. niedrige SAR-Grenzwerte vorgeschrieben.

Warum ist dieser Aspekt so wichtig? Weil MRT-Scans nicht nur sicher, sondern natürlich auch zweckdienlich sein sollen. Radiologen sollen bei Scans mit Cochlea-Implantaten möglichst viele nützliche Optionen haben, um eine optimale Bildgebung zu erzielen. Engere Grenzen bei Einstellungen, etwa durch geringe SAR-Limits, können den Scan-Vorgang verlängern und die Bildqualität beeinträchtigen. Darüber können sie die Sicherheitsspanne verringern und so Scans im täglichen Betrieb erschweren.

Tests zeigen, dass mit der Verringerung der SAR eine Verringerung der anatomischen Detaildarstellung im subthalamischen Areal einhergeht. T2-gewichtete Bilder, die mit einer SAR von 0,4 W/kg erstellt wurden, wurden vom Neurochirurgen und vom Neuroradiologen übereinstimmend als unzureichend für eine Stereotaxie erachtet.”13

Daraus geht klar hervor, dass die neuen Magnet-Designs anderer Hersteller weder Radiologen noch Implantat-Nutzern zwangsläufig das Leben erleichtern: Auch wenn die neuen Implantate MRTs mit höheren Feldstärken erlauben mögen – viele der Herausforderungen im klinischen MRT-Alltag bleiben nach wie vor dieselben.

 

Sicherer Halt des Magneten

Bemerkenswert ist, dass Komplikationen bei MED-EL Implantaten seit Jahrzehnten kein Problem darstellen. Woran liegt das?3,4,5,6,9

Bei MED-EL haben wir von Anfang an größten Wert auf Sicherheit und Zuverlässigkeit gelegt. Im Jahre 1994 präsentierten wir als weltweit erster Hersteller Cochlea-Implantate, die jederzeit sicheren und komfortablen Zugang zu MRT-Scans ermöglichten.

Über Jahrzehnte waren unsere Cochlea-Implantate mit sicher eingebetteten axialen Magneten ausgestattet, die ein Verrutschen im MRT praktisch unmöglich machten: Bei mehr als 100.000 eingesetzten MED-EL Cochlea-Implantaten ist kein einziger Fall einer Dislokation des Implantatmagneten dokumentiert.

Secure axial magnet cochlear implant

Ein MED-EL Cochlea-Implantat mit axialem Magnet. Dieser ist von Silikon und einem kräfteverteilenden Versteifungsring umschlossen.

Während eines MRT-Scans sorgt dieses Design dafür, dass die magnetischen Drehmomentkräfte gleichmäßig auf der gesamten Oberfläche des Spulenbereichs verteilt werden. Der axiale Magnet hilft also zu verhindern, dass sich der Druck in schmerzhafter Weise auf einen einzigen Punkt konzentriert. Ein gewöhnlicher Kopfverband minimiert Bewegungen des Magneten zusätzlich.

Erlauben die vorgeschriebenen SAR-Grenzwerte eine zielführende Bildgebung?

Diese Frage lässt sich klar mit Ja beantworten, zumal alle MED-EL Mehrkanal-Cochlea-Implantate seit dem Jahr 1994 für 1.5T-MRTs im normalen Betriebsmodus zugelassen sind. Gemäß den Bedingungen in der Gebrauchsanweisung liegen die SAR-Werte bei 3,2 W/kg für Kopf-Scans und bei durchschnittlich 2,0 W/kg für Ganzkörper-Scans.

  • CONCERTO, SONATA, PULSAR, C40+, C40
  • 1,5 Tesla MRTs im normalen Betriebsmodus (gemäß den Bedingungen in der Gebrauchsanweisung)
  • Minimiertes Risiko einer Magnet-Dislokation
  • Anlegen eines gewöhnlichen Kopfverbands
  • Keine Hörunterbrechung – sofort nach dem Scan wieder hören

 

BONEBRIDGE & VIBRANT SOUNDBRIDGE

MRT-Sicherheit beschränkt sich übrigens nicht auf unsere Cochlea-Implantate, sondern gilt genauso für andere MED-EL Hörimplantat-Systeme. Sowohl das aktive BONEBRIDGE Knochenleitungsimplantat als auch das aktive VIBRANT SOUNDBRIDGE VORP 503 Mittelohrimplantat verfügen über einen sicheren Magneten, der die Kräfte im MRT ausgleicht und beschwerdefreie Scans bei 1,5 Tesla ermöglicht. Da diese Magneten das Drehmoment vollkommen neutralisieren, ist nicht einmal das Anlegen eines Kopfverbands notwendig.

  • BONEBRIDGE BCI 602 & SOUNDBRIDGE VORP 503
  • 1,5 Tesla MRTs im normalen Betriebsmodus (gemäß den Bedingungen in der Gebrauchsanweisung)
  • Minimiertes Risiko einer Magnet-Dislokation
  • Kein Kopfverband notwendig
  • Keine Hörunterbrechung – sofort nach dem Scan wieder hören

Die Vorgängerversion VORP 502 ist nicht für MRT-Scans zugelassen!

Sichere MRTs bei 3 Tesla

Kommen wir zum nächsten großen Durchbruch in der MRT-Sicherheit von Hörimplantaten: der SYNCHRONY Magnet.

Unsere SYNCHRONY und SYNCHRONY 2 Cochlea-Implantate wurden speziell für sichere MRT-Scans mit 1,5 und 3,0 Tesla entwickelt. Mit einem revolutionären diametrischen Implantatmagneten, den MED-EL 2014 mit der ersten Generation des SYNCHRONY Cochlea-Implantats als Weltneuheit auf den Markt brachte, werden die negativen Effekte eines Drehmoments auf das Implantat aufgehoben. Das revolutionäre diametrische Design eliminiert den negativen Effekt des magnetischen Drehmoments auf den Implantatmagneten – sogar bei 3,0 Tesla Feldstärke. Der Magnet kann frei rotieren und richtet sich gemäß dem MRT-Magnetfeld aus, wodurch keine unerwünschte Krafteinwirkung mehr am Cochlea-Implantat zerrt.9 Hochauflösende Scans können ohne vorherige Magnetentfernung*** und ohne zusätzliche Stabilisierungsmaßnahmen (Kopf-Bandage bzw. Splint Kit) durchgeführt werden.

Der SYNCHRONY Magnet kann frei rotieren und richtet sich in seinem sicheren Titangehäuse von selbst gemäß dem äußeren Magnetfeld aus.

Die freie Rotation des Magneten verhindert ein unangenehmes Ziehen am Implantat und macht es darüber hinaus praktisch unmöglich, dass der Magnet verrutscht oder disloziert. Für gewöhnlich kann der Magnet beim Scan deshalb bedenkenlos im Implantat verbleiben. Sollte es jedoch einmal notwendig sein, etwa das Hirnareal unmittelbar unter oder neben dem Implantat zu scannen, kann der Magnet bei Bedarf sicher und einfach entnommen werden, um Bildartefakte zu vermeiden. 10,12

Dank seiner Form und des konischen Verriegelungsmechanismus ist der SYNCHRONY Magnet über die gesamte Höhe der Implantatspule sicher in seinem Gehäuse fixiert. Dieses einzigartige, robuste Design ermöglicht wiederholte Entnahmen des Magneten ohne irgendeine Beschädigung des Implantats.

Ipsilaterale Darstellungen des Gehirnareals in unmittelbarer Nähe des Implantats machen nur einen geringen Teil der täglich durchgeführten MRT-Scans aus. Deshalb ist eine Entfernung des Magneten vor dem MRT-Scan nur äußerst selten erforderlich. Unser seit etlichen Jahren bestehender eigener Anspruch, mit unseren Implantaten sichere MRTs für Patienten wie Kliniker zu ermöglichen, treibt uns aber an, auch dieses seltene Erfordernis zu bedienen.

SYNCHRONY Cochlear Implant magnet in MRIIm MRT richtet sich der frei rotierende Magnet in seinem Gehäuse selbst aus, wodurch praktisch kein magnetisches Drehmoment vorhanden ist.

Dieser Anspruch betrifft ebenso die Praktikabilität und den Komfort bei MRT-Scans mit unseren Implantaten. MRT-Untersuchungen mit MED-EL CIs sollen schließlich nicht nur sicher sein, sondern zudem alltagstauglich in der Durchführung und zielführend im Resultat. Ganz in diesem Sinne bietet der SYNCHRONY Magnet zweckdienliche SAR-Limits und somit Zugang zu einer breiten Palette an Scan-Sequenzen. Alle 1,5 T Scans können im normalen Betriebsmodus erfolgen. Bei Scans mit 3,0 Tesla ist der normale Betriebsmodus für alle Körperregionen zugelassen, die mehr als 35 cm vom Scheitel entfernt sind – mit separaten Grenzwerten für Kopf- und Hals-Scans. Die exakten Angaben und MRT-Bedingungen finden Sie im Handbuch für Medizinische Behandlungen mit MED-EL Cochlea-Implantaten auf www.medel.com/de/isi.

Mit dem SYNCHRONY Magneten sind für MRT-Scans bei 1,5 oder 3,0 Tesla keinerlei spezielle Vorkehrungen erforderlich* – weder eine Magnetentfernung*** noch das Anlegen von Verbänden oder sonstigen äußeren Verstärkungen. Ihr Patient nimmt einfach kurz vor dem Scan seinen Audioprozessor ab und schon kann der Scan starten – natürlich unter Einhaltung einiger weniger Hinweise in der entsprechenden Bedienungsanleitung. Sofort nach dem Scan kann der Patient den Audioprozessor wieder anbringen und wie gewohnt hören.9

  • SYNCHRONY und SYNCHRONY 2 Cochlea-Implantat
  • MRTs mit 1,5 und 3,0 Tesla ohne vorherige Magnetentfernung***
  • Minimiertes Risiko einer Magnet-Dislokation
  • Kein Kopfverband notwendig
  • Keine Hörunterbrechung – sofort nach dem Scan wieder hören

 

Ein sicheres Gefühl

Irgendwann werden Ihre Patienten einen MRT-Scan benötigen. Dann ist es entscheidend, dass sie Implantate haben, die rasche und sichere MRT-Scans ermöglichen. Davon profitieren beide Seiten. Unterstützen Sie Ihre Patienten deshalb schon bei der Wahl des Implantats und helfen Sie ihnen dabei, die richtige Entscheidung zu treffen. So wie Ihre Patienten sich auf Sie verlassen, können Sie sich auf uns verlassen.

 

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Wie laufen MRTs mit dem SYNCHRONY Implantat in der Praxis ab? Lesen Sie hier den interessanten Fallbericht einer Radiologie-Technologin.

Sie sind auch an der MRT-Sicherheit anderer MED-EL Produkte interessiert? Detaillierte MRT-Bedingungen und Sicherheitshinweise für all unsere Hörlösungen finden Sie auf www.medel.com/de/isi. Und sehen Sie sich auch unseren Blog-Artikel zum Thema MRT mit dem SOUNDBRIDGE oder BONEBRIDGE Implantat an.

Sollten Sie noch Fragen zu radiologischen Untersuchungen mit MED-EL Implantaten haben, verwenden Sie bitte einfach das untenstehende Kontaktformular.

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* MED-EL Cochlea-Implantate ab 1994 sind bedingt MR-sicher. Nutzer können sich problemlos einer MRT-Untersuchung unterziehen, sofern die Voraussetzungen gemäß dem Handbuch für Medizinische Verfahren für MED-EL CI/ABI Systeme eingehalten werden.

** Nicht alle der gezeigten Produkte, Zubehörteile oder Indikationen sind in allen Ländern zugelassen bzw. verfügbar. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren lokalen MED-EL Ansprechpartner.

*** Ausgenommen bei diagnostischer Notwendigkeit. 

Referenzen

  1. Cochlear MRI guidelines for professionals. https://www.cochlear.com/us/en/professionals/resources-and-training/mri-guidelines
  2. MRI Safety Information with the Advanced Bionics HiRes™ Ultra Cochlear Implant. https://advancedbionics.com/us/en/home/professionals/mri-safety.html
  3. Hassepass, F., Stabenau, V., Arndt, S., Beck, R., Bulla, S., Grauvogel, T., & Aschendorff, A. (2014) Magnet dislocation: an increasing and serious complication following MRI in patients with cochlear implants. Rofo. 186 (7) 680–685
  4. Kim, B.G., Kim, J.W., Park, J.J., Kim, S.H., Kim, H.N., & Choi, J.Y. (2015). Adverse events and discomfort during magnetic resonance imaging in cochlear implant recipients. JAMA Otolaryngol Head Neck Surg. 141(1), 45–52.
  5. Carlson, M.L., Neff, B.A., Link, M.J., Lane, J.I., Watson, R.E., McGee, K.P., Bernstein, M.A., & Driscoll, C.L. (2015) Magnetic resonance imaging with cochlear implant magnet in place: safety and imaging quality. Otol Neurotol. 36(6):965–971.
  6. Young, N.M., Rojas, C., Deng, J., Burrowes, D., & Ryan, M. (2016) Magnetic resonance imaging of cochlear implant recipients. Otol Neurotol. 37(6):665–671.
  7. Gubbels, S., & McMenomey, S. (2006) Safety study of the Cochlear Nucleus 24 device with internal magnet in the 1.5 Tesla magnetic resonance imaging scanner. Laryngoscope. 116(6):865–871.
  8. Walker, B., Norton, S., Phillips, G., Christianson, E., Horn, D., & Ou, H. (2018) Comparison of MRI in pediatric cochlear implant recipients with and without retained magnet. Int. Journal of Pediatric Otorhinolaryngology. Epub ahead of print. https://doi.org/10.1016/j.ijporl.2018.03.013
  9. Todt, I., Tittel, A., Ernst, A., Mittmann, P., Mutze, S. (2017) Pain free 3 T MRI scans in cochlear implantees. Otol Neurotol. 38(10) e401–e404.
  10. Wagner, F., Wimmer, W., Leidolt, L., Vischer, M., Weder, S., Wiest, R., Mantokoudis, G., & Caversaccio, M. (2015) Significant artifact reduction at 1.5T and 3T MRI by the use of a cochlear implant with removable magnet: an experimental human cadaver study. PLoS One. 10(7): e0132483.
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  13. Franceschi, A.M, Wiggins, G.C., Mogilner, A.Y., Shepherd, T., Chung, S., & Lui, Y.W. (2016). Optimized, Minimal Specific Absorption Rate MRI for High-Resolution Imaging in Patients with Implanted Deep Brain Stimulation Electrodes. AJNR Am J Neuroradiol. 37(11):1996-2000

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