in Audiologie, Chirurgie

Die Magnetresonanztomographie ist ein unverzichtbares Mittel zur Diagnose und Kontrolle von Krankheiten. Sie ist so wichtig, dass sie bei der Wahl eines Hörimplantats unbedingt Berücksichtigung finden sollte – schließlich werden 3 von 4 Patienten mit Hörimplantat in den nächsten 10 Jahren eine MRT-Untersuchung benötigen.

Haben diese Patienten ein Implantat, das nicht MRT-tauglich ist, können sie auch nicht von diesem bildgebenden Verfahren profitieren. Dennoch bieten nicht alle Hersteller von Hörimplantaten MRT-taugliche Lösungen an.

Menschen mit einer VIBRANT SOUNDBRIDGE (VORP 503 Implantat) oder BONEBRIDGE (BCI 601 & BCI 602 Implantat) können sich problemlos MRTs bei 1,5 Tesla unterziehen* – ohne spezielle Vorbereitungen, Operationen, Beschwerden oder Hörunterbrechungen.

Prim. Dr. Thomas Keintzel leitet die HNO-Abteilung am Klinikum Wels-Grieskirchen. Zahlreiche seiner SOUNDBRIDGE und BONEBRIDGE Patienten wurden bereits mittels MRT untersucht. Wir freuen uns, dass Prim. Dr. Keintzel seine Erfahrungen mit uns teilt:

Wie wichtig die MRT ist

Die MRT-Untersuchung hat in der radiologischen Routinediagnostik mittlerweile einen festen Stellenwert, d. h. die Chance, dass ein Patient sich im Laufe seines Lebens einer MRT-Untersuchung unterziehen muss, ist sehr hoch. Umso wichtiger ist es, bei der Wahl eines Implantats auf MRT-Tauglichkeit zu achten.

Bei uns an der Klinik werden MRT-Untersuchungen gemäß den Vorgaben des jeweiligen Implantherstellers durchgeführt. In Einzelfällen erfolgt eine Zusammenarbeit mit niedergelassenen Radiologen, welche die Untersuchungen entsprechend dieser Vorgaben vornehmen.

MRT mit Hörimplantat: So läuft es bei uns

Die Indikation für MRT-Untersuchungen ist breit gestreut. Sehr häufig wird die Indikation aufgrund orthopädischer Erkrankungen gestellt. In unserer Klinik erfolgt vor einem MRT eine Kontaktaufnahme mit dem implantierenden Chirurgen, dann wird die Untersuchung nach dem vorgegebenen Untersuchungsprotokoll durchgeführt. Die bisher erfolgten MRT-Untersuchungen mit SOUNDBRIDGE und BONEBRIDGE Patienten sind bei allen Patienten schmerzfrei und ohne Komplikationen verlaufen.

Patienten sind vor einer MRT-Untersuchung sehr oft verunsichert, ob die Untersuchung mit Schmerzen verbunden ist. Diese Bedenken lassen sich aber meist mit einem Informationsgespräch ausräumen.

Mit Artefakten ist zu rechnen

Bei Kopf-MRTs mit der BONEBRIDGE ist ein Schallschatten von knapp 12 cm einzukalkulieren [Anm.: Artefakt ist mit MED-EL CIs kleiner].

MRI with VIBRANT SOUNDBRIDGE

1,5-Tesla-MRT mit VIBRANT SOUNDBRIDGE VORP 503 Mittelohrimplantat

Mit speziellen Schnittführungen kann nach einer unilateralen Implantation in vielen Fällen eine gute Darstellung zerebraler Strukturen erzielt werden. Deutlich schwieriger ist dies nach einer bilateralen Implantation.

Aufklärung ist der Schlüssel

Bei der Aufklärung von Radiologen und Assistenten im Umgang mit Hörimplantatpatienten gibt es noch viel Luft nach oben. Immer wieder werden Patienten von niedergelassenen Radiologen nicht zu MRT-Scans zugelassen, selbst wenn ein Implantatpass vorliegt. Trotz Pass wird die implantierende Klinik aufgefordert, einen Nachweis darüber zu erbringen, dass das Implantat MRT-tauglich sei. Dies ist natürlich nicht möglich, da dieser Nachweis nur vom Implantathersteller selbst erbracht werden kann. Regelmäßige Schulungen der RTAs durch den Impantathersteller wären sicher hilfreich.

 

Vielen Dank für Ihren Beitrag, Herr Prim. Dr. Keintzel!

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Hier können Sie sich ein Videointerview mit einer SOUNDBRIDGE Patientin ansehen, die über ihre MRT-Erfahrungen spricht [deutsche Untertitel verfügbar].

Haben Sie Fragen zur MRT-Tauglichkeit von SOUNDBRIDGE und BONEBRIDGE? Dann werfen Sie online einen Blick auf die MRT-Übersicht der MED-EL Implantate oder kontaktieren Sie Ihren lokalen MED-EL Ansprechpartner.

 

* Die Voraussetzungen gemäß der Bedienungsanleitung sind einzuhalten.

 

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