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Veröffentlicht Okt 19, 2023
Welche Faktoren beeinflussen die Kommunikationsfähigkeit von Kindern mit CI? Das Alter zum Zeitpunkt der Implantation, das familiäre Umfeld, zusätzliche körperliche bzw. mentale Beeinträchtigungen, Kommunikationsmodus, Technologie und chirurgische Faktoren spielen eine entscheidende Rolle.
Cochlea-Implantate kommen seit vielen Jahren erfolgreich in der Behandlung von Kindern mit schwerwiegender bis hochgradiger Schallempfindungsschwerhörigkeit zum Einsatz. Womit sich Studien in letzter Zeit vermehrt befassen, sind die unterschiedlichen Faktoren, die den Hörerfolg und die Sprachentwicklung von Kindern mit CIs beeinflussen. Solche Faktoren zu identifizieren, ist insbesondere für Fachpersonen, die mit diesen Kindern präoperativ in der Beratung und postoperativ in der Rehabilitation arbeiten, von großem Wert.
Der vorliegende Artikel basiert überwiegend auf den Erkenntnissen zweier vielbeachteter Forschungsprojekte zur pädiatrischen CI-Versorgung, nämlich der amerikanischen CDaCI Studie (Childhood Development after Cochlear Implantation) sowie der australischen LOCHI Studie (Longitudinal Outcomes of Children with Hearing Impairment). [5,1]
Das Implantationsalter ist ein ganz entscheidender Faktor für das Hörresultat mit einem Cochlea-Implantat. [1,2,3,4] Teresa Ching fand mit ihrem Team im Rahmen der LOCHI Studie heraus, dass Kinder, die in ihrem ersten Lebensjahr ein CI erhalten hatten, im Alter von drei Jahren [2] und fünf Jahren [1] bessere Hör- und Sprechergebnisse erzielten als gleichaltrige Kindern, die erst nach dem ersten Lebensjahr implantiert worden waren. [3]
Diese prospektive Kohortenstudie schloss mehr als 450 Kinder mit permanentem Hörverlust mit ein. Die deutlichen Vorteile der frühen Implantation zeigten sich anhand standardisierter Tests sowohl in Bezug auf Sprachwahrnehmung als auch auf Sprachproduktion.
Das familiäre Umfeld übt einen großen Einfluss auf die Hör- und Sprechfähigkeit eines Kindes nach der Implantation aus. Höhere elterliche Feinfühligkeit ist mit besserer Sprachentwicklung assoziiert. [5] Darüber hinaus spielt laut LOCHI Studie das Bildungsniveau der Eltern eine Rolle. [1,2] Das könnte damit zusammenhängen, dass höher gebildete Eltern leichter Zugang zu wirksamen Ressourcen und Leistungen haben und ihren Kindern quantitativ und qualitativ mehr linguistischen Input liefern.
Zwischen 30 und 40 Prozent der Kinder mit Hörverlust haben zusätzliche mentale und/oder körperliche Beeinträchtigungen. [1,6,8,9] Kinder mit Mehrfachbehinderung, Entwicklungsverzögerungen, Autismus-Spektrum-Störung, Zerebralparese oder anderen neurologischen Defiziten, die etwa auf das Zytomegalievirus (CMV) zurückgehen, weisen im Schnitt eine schlechtere Sprachentwicklung auf als gehörlose Kinder ohne zusätzliche Beeinträchtigungen. [1,6]
Nichtsdestoweniger zeigt sich auch bei diesen Kindern, dass eine CI-Versorgung deutliche Verbesserungen bringen kann und Faktoren wie Implantationsalter, familiäres Umfeld und Kommunikationsmodus ebenfalls eine wichtige Rolle für das Hör- und Sprechvermögen spielen. [11]
Die beiden erwähnten Studien untersuchten den Einfluss des Kommunikationsmodus, den Bezugspersonen im Umgang mit dem Kind verwenden, auf die Sprechentwicklung. Das Ergebnis: Kinder, die häufiger von gesprochener Sprache umgeben waren, zeigten bessere Hör- und Sprechfähigkeiten. [1,2,10]
Nicht zuletzt spielen technologische Aspekte, etwa die Leistungsfähigkeit von Audioprozessor und Cochlea-Implantat, eine Rolle. Lesen Sie mehr über die technischen Voraussetzungen für möglichst natürliches Hören mit CI und Faktoren wie Elektrodenlänge, Insertionswinkel oder anatomiebasierte Anpassung.
Je früher eine Implantation erfolgt, desto besser. Die Rehabilitation nach der Implantation sollte einen starken Fokus auf die Unterstützung und Beratung sowohl der Eltern als auch des erweiterten Umfelds des Babys legen. Besteht das definierte Ziel vorrangig im Erlernen von Sprache, sollte das Kind häufig mit gesprochener Sprache in Kontakt kommen und weniger mit Gebärdensprache.[1,2,10] Informations- und Übungsmaterialien zur sprachlichen Frühförderung von Kindern mit Cochlea-Implantaten finden Sie auf der MED-EL Reha-Webseite.
Herzlicher Dank gilt Reha-Expertin Donna Sperandio für das Verfassen des englischsprachigen Artikels, der als Grundlage dieses Beitrags diente.
Referenzen
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